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(Re)Konzeptualisierungen des Religiösen in der Moderne

Interdisziplinärer Workshop
im Rahmen des Projekts
„Philosophie als Literatur, Philosophie über Literatur, Philosophie in der Literatur.
Zur Interaktion von Literatur und Philosophie in der russischen Kultur“
an der Universität Tübingen

Evangelisches Stift Tübingen, Klosterberg 2, Kleiner Hörsaal

12.7.-14.7. 2012

Organisation: 

Erik Martin, Schamma Schahadat, Irina Wutsdorff (Slavisches Seminar der Universität Tübingen)

Gegenstand des Workshops ist der auffällige Stellenwert, der der Wieder- und Neubelebung religiöser Denk-, Deutungs- und Darstellungsmuster in Literatur und Philosophie der Moderne zukommt. Gerade die jüngste Forschung betont die Bedeutung des Religiösen für die um 1900 entstehende Kulturwissenschaft (Freud, Warburg, Weber, Benjamin, Cassirer), das dabei als Gegenstand wie auch als Reflexionsgrundlage der eigenen Positionierung verhandelt wurde.

Der Rückgriff auf die Religion spielt vor allem im russischen Kulturraum eine zentrale Rolle, sei es in den Versuchen religiöse und ästhetische Formen zu synthetisieren (Solov’ev, Merežkovskij, Ivanov), sei es in der Häresie der „Namensgläubigen“ (imjaslavcy). Diese Denkfiguren wurden sowohl von Philosophen und Theologen (Bulgakov, Florenskij, Losev), als auch von den Künstlern der Avantgarden (Chlebnikov, Kručenych, Malevič, Charms und Vvedenskij) aufgegriffen und transformiert.

Wenn in diesen Formationen religiöse Figurationen des Denkens fortwirken, soll betrachtet werden, welche Spuren diese Einschreibungen im jeweiligen Verständnis der (eigenen) modernen Kultur hinterlassen, wie es sich sowohl in literarischen als auch in philosophischen Texten artikuliert.

 

Programm:

 

Donnerstag, 12. Juli 2012

 

18.00h – 20.00h

Neuphilologikum (Brechtbau), Raum 215

Moderation: Schamma Schahadat, Tübingen

 

Aage Hansen-Löve, München:

The message is the medium. Konzepte des Religiösen in der russischen Moderne

 

Anschließend gemeinsames Abendessen

Freitag, 13. Juli 2012

 

09.30h – 10.30h

Irina Wutsdorff, Tübingen:

Eröffnung

 

Studierende des Seminars „Literatur und Religion in der Moderne“:

Präsentation der bisherigen Seminardiskussionen

 

10.30h – 11.00h

Kaffeepause

 

11.00h – 13.00h

Moderation: Erik Martin, Tübingen

 

Tatjana Petzer, Zürich:

„Syn-ergeia ist auch Sym-bolie“ (Andrej Belyj). Zum Nachleben des synergós im russischen Symbolismus

 

Nadežda Grigor’eva, Tübingen:

Religionskrise im russischen Symbolismus

 

13.00h – 14.45h

Mittagspause

 

14.45h – 16.45h

Moderation: Igor’ Smirnov, Konstanz

 

Rainer Grübel, Oldenburg:

Rozanovs Ägyptenmythos und Bachtins Karnevalismus: zwei Entwürfe russischer Kunstreligionen

 

Irina Wutsdorff, Tübingen:

Zum Fortleben des Religiösen in der Literatur. Kulturwissenschaftliche Konzepte Michail Bachtins

 

17.30h

Gemeinsame Stocherkahnfahrt auf dem Neckar

Anschließend gemeinsames Abendessen

 

 

Samstag, 14. Juli 2012

 

9.30h – 10.30h

Moderation: Rainer Grübel, Oldenburg

 

Schamma Schahadat, Tübingen:

Christus – Sophia – Dionysos: Figur(ation)en des Religiösen im russischen Symbolismus

10.30h – 11.00h

Kaffeepause

 

11.00h – 13.30h

Moderation: Irina Wutsdorff

 

Michał Mrugalski, Tübingen/Warschau:

Name – Zuflucht aller Bilder. Beitrag zum modernen Bildermisstrauen

 

Erik Martin, Tübingen:

Name und Narrativ. Zur Philosophie des Namens in der (Post)Moderne

 

Abschlussdiskussion