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Präsenz und Text

Strategien des Transfers

in Literatur(wissenschaft) und Philosophie

Interdisziplinärer Workshop an der Universität Tübingen

6.-8. Mai 2010

Neuphilologische Fakultät, Wilhelmstr. 50, Raum 215

Organisation:

Schamma Schahadat, Irina Wutsdorff,  in Kooperation mit Christiane Schildknecht (Philosophie, Universität Luzern)

 
In diesem Workshop sollen aus philosophischer wie aus literaturwissenschaftlicher Perspektive die Möglichkeiten der Vermittlung unmittelbaren Erlebens in textueller Form reflektiert werden. So wird der in der Philosophie des Geistes in jüngster Zeit zentral diskutierte Aspekt der Unmittelbarkeit phänomenalen Bewusstseins in den Kontext von Formen des Texterlebens gestellt und auf Möglichkeiten sprachlicher Vermittlung hin befragt. Inwiefern eignen sich gerade Formen literarischer Sprache, um die Präsenz des Erlebens zu transferieren? Aus literaturwissenschaftlicher Sicht wird generell nach den Verfahren gefragt, mit denen Texte eine intendierte Präsenz zu vermitteln suchen. Inwiefern ist der literarische Diskurs für die Erzeugung von Präsenzeffekten privilegiert? Wo liegen die (medialen) Grenzen der Illusion von Unmittelbarkeit? Gerade in der russischen Literatur, der innerhalb des kulturellen Gefüges vielfach ein Sonderstatus eingeräumt wird, lassen sich mannigfaltige Beispiele für Texte finden, die mit dem Anspruch auf wahrhaftige Präsenz auftreten. Die Bewusstseinsdarstellungen angesichts des Todes in Lev Tolstojs Der Tod des Ivan Il'ič und Fedor Dostoevskijs Die Sanfte sollen den philosophischen und literaturwissenschaftlichen Überlegungen als gemeinsamer Referenzrahmen dienen.


Accomodation: Hotel Hospiz, Neckarhalde 2   http://www.hotel-hospiz.de




Programm

Donnerstag, 6. Mai 2010

 
    14.30h – 14.45h

Eröffnung

    Moderation: Prof. Dr. Frauke Berndt, Tübingen

    14.45h – 15.30h

Prof. Dr. Christiane Schildknecht, Luzern:  
Themawechsel? Linien des Transfers zwischen phänomenalem Erleben und Texterleben

    15.30h – 16.15h

Prof. Dr. Igor’ Smirnov, Konstanz:
absentia-in-praesentia, praesentia-in-absentia, praesentia

    16.15h – 16.30h

Kaffeepause

    16.30h – 17.15h

Dr. Irina Wutsdorff, Tübingen:
Zur (Un)Möglichkeit der Erzeugung von Präsenz in literarischer Rede. Produktives Scheitern bei Tolstoj und Dostoevskij

    18.00h – 19.30h Abendvortrag

    Moderation: Prof. Dr. Christiane Schildknecht, Luzern

Prof. Dr. Gottfried Gabriel, Jena/Konstanz:
Präsentation statt Präsenz: Vergegenwärtigung durch Literatur

Freitag, 7. Mai 2010

     Moderation: Dr. Franziska Struzek, Luzern

    9.30h – 10.15h

Dr. Carsten Dutt, Heidelberg:
Illusion und Illusionsdurchbrechung im literarischen Diskurs der Moderne

    10.15h – 11.00h

Prof. Dr. Dorothee Gelhard, Regensburg:
Singbarer Rest - Celans phänomenologische Poetologie

    11.00h – 11.15h

Kaffeepause

    Moderation: Prof. Dr. Dorothee Kimmich

    11.15h – 12.00h

PD Dr. Catrin Misselhorn, Berlin:
Das Gefühl der Präsenz in der Imagination

    12.00h – 12.45h

M.A. Erik Martin, Tübingen:
Präsenz und Repräsentation bei Tolstoj

    12.45h – 14.30h

Mittagspause

    Moderation: Dr. Renata Makarska, Tübingen

    14.30h – 15.15h

M.A. Christoph Gardian, Zürich:
Mediale Präsenz und visionäre Poetik. Robert Müllers Sprachvisionen

     15.15h – 15.30h

Kaffeepause

     15.30h – 16.15h

PD Dr. Dr. Maja Soboleva, Marburg:
Distanz statt Einfühlung. Strategien der Vermittlung des Unmittelbaren bei Bachtin

    16.15h – 17.00h

PD Dr. Temilo van Zantwijk, Jena:
Persuasiv erzeugte Präsenz in Dostoevskijs Die Sanfte

Samstag, 8. Mai 2010

    Moderation: Dr. Gesine Drews-Sylla, Tübingen

    9.30h – 10.15h

Prof. Dr. Dieter Teichert, Konstanz:
Erzählung und Sinneserfahrung – Marcel Prousts A la recherche du temps perdu

    10.15h – 11.00h

 Dr. Nadežda Grigor’eva, Tübingen:
Das Fleisch des (Un)Sichtbaren:  der Autor als Voyeur bei Leonov, Oleša und Nabokov

    11.00h – 11.15h

Kaffeepause

    Moderation: M.A. Franziska Bergmann, Tübingen

    11.15h – 12.00h

Prof. Dr. Rainer Grübel, Oldenburg (in absentia):
Praesentia in absentia. Die Emergenz der Zeichen von Tod und Geburt in
Natur, Philosophie, Religion und Literatur

    12.00h – 12.45h

Prof. Dr. Schamma Schahadat, Tübingen:
Theater und Präsenz: Der leidende Gott